Sandkasten selber bauen,

Wie baut man einen Sandkasten
Es ist nicht immer leicht ein Held zu sein...

Was gibt es wichtiges zu beachten, wenn man einen Sandkasten selber bauen möchte?

Der richtige Standort für einen Sandkasten.

Bevor man einen Sandkasten selber bauen kann und die unbeschwerte Outdoor Buddel- und Matschfreizeit mit Kind beginnt, sollte der richtige Standort für den Sandkasten ausgewählt werden. Zu berücksichtigen ist dabei der starke und ungesunde Sonnenstrahleneinfluss in der Mittagszeit. Ein Standort mit Morgensonne oder Abendsonne ist weitaus ungefährlicher im Hinblick auf die Sonnenbrandgefahr. Ein Standort ohne Sonne ist nicht zu empfehlen, denn das Holz und der Sand können nicht richtig abtrocken. Am besten wird der Sandkasten so installiert, dass die Kinder aus dem Haus, bzw. dem hauptsächlich genutzten Wohnraum, im Auge behalten werden können.

 

Sandkasten selber Bauen. Bauanleitung und Details

 

Die Lebensdauer eines Sandkasten berechnen.

Um den Sandkastenbau langfristig zu planen, sollte man mit einer Lebensdauer zwischen fünf und zwölf Jahren rechen. Insbesondere dann, wenn weitere Kinder geplant sind. Wenn man davon ausgeht, dass ein Kind wohl bis etwa sechs Jahre im Sandkasten spielt, kann man die Dauer entsprechend hochrechnen. Es ist zu empfehlen, möglichst auf ungesunde Holzschutzmittel zu verzichten und zum Wohl der Kinder und der Umwelt, auf ökologisch vertretbare Alternativen zurück zu greifen.

 

Digital Camera
Sandkasten in Schiffsform

Wie groß sollte ein Sandkasten sein?

Ein Sandkasten in quadratischer Größe von 2 x 2 m bietet ausreichend Platz für drei bis vier Kinder. Natürlich kann jeder Vater selbst entscheiden, wie groß der Sandkasten werden soll. Oder ob eventuell Sandkastenformen wie die Schiffsform oder ein Kletterturm der Marke Eigenbau, bzw. ein „gepimpter“ Baumarktkletterturm in Frage kommen.

Wie tief und wie hoch sollte ein Sandkasten sein?

Man sollte bedenken, dass gerade Kleinkinder gerne mal rückwärts von den Bänken fallen. Entsprechend würde ich zu einer maximalen Höhe von etwa 30 cm raten. Eine Variante ist sogar der ebenerdige Sandkasten, das hat meiner Ansicht aber den kleinen Nachteil, dass die Eltern oder Oma und Opa sich nicht so bequem zu dem Nachwuchs setzen können. Die Tiefe des Sandes sollte mindestens 25 cm betragen. Für „Tiefbuddler“ gerne auch 40 – 50 cm. Auf jeden Fall sollte zwischen Erdreich und Spielsand ein Fließ eingebracht werden. Manche Väter sind sogar der Ansicht, dass gegen „Tiefbuddler und Maulwürfe“ nur vollflächig unterlegte, alte Waschbetonplatten helfen.

Welche Holzdicke für einen Sandkasten und was ist das richtige Holz für einen Sandkasten?

Bei einem einfachen 2 x 2 Meter großen Pfosten würde ich KDI (kesseldruckimprägnierte) Pfosten von 8 x 8 cm für eine Lebensdauer von 5-8 Jahren nehmen. Manche dieser Pfosten sind oben abgerundet, das kann später zu Komplikationen bei der Sitzbank führen. Besser wäre es wohl etwas längere Pfosten gerade abzusägen (eventuell direkt im Baumarkt) oder gerade Pfosten zu kaufen. Ab fünf Jahren, sollte man auch Einschlaghülsen auf Höhe der Rasenoberfläche enden lassen und die Pfosten mit Schlüsselschrauben befestigen. Ein Abstand von einem Meter pro Pfosten, also insgesamt 12 Pfosten reichen. Also zwei an jeder Ecke. Bei den Sandkastenwänden ist minimal eine Brettstärke von zwei Zentimetern (ohne Sanddruck von innen) zu empfehlen. Bei Sanddruck von innen und einer Lebensdauer von mehr als fünf Jahren sind Holzdicken von drei bis maximal vier Zentimetern zu empfehlen.

Auch bei den Holzarten wird nach Langlebigkeit und Anfälligkeit gegen Schädlinge unterschieden. Da die meisten von uns das Holz wahrscheinlich im Baumarkt kaufen, wird es neben den Preisunterschieden, aber oftmals wohl auf Kiefer, Fichte oder Tanne hinauslaufen. Die Robinie wird in die beste Klasse eingeordnet. Es folgen Eiche und Rotzeder. Dann kommt die Lärche und die Douglasie. Dieses sind z.B. auch zum Zaunbau geeignet. Als erstes Holz für den Sandkasten würde ich die dann folgende Kiefer sehen, gefolgt von Tanne und Fichte. Von Buche, Birke und Ahorn ist abzuraten.

Bauanleitung wenn man einen Sandkasten selber bauen möchte:

Bei einem einfachen Sandkasten empfehle ich nach dem Aushub des Erdreichs die Pfosten oder die Hülsen einzuschlagen. So, dass die Bretter von innen mit rostfreien Schrauben an die Pfosten geschraubt werden können. Danach wird das Wurzelfließ verlegt und der Holzbau der Seitenwände begonnen. Oben auf den Pfosten und auf das obere Brett wird dann eine Sitzbank geschraubt. Dabei sollte wenigstens ein Brett so breit sein, dass Kuchen gebacken werden können. Vor der Holzbehandlung ist der Sandkasten dann nur noch mit Schleifpapier von Holzsplittern zu befreien. Fertig.

Eine Folie oder ein LKW Netz aus dem Baumarkt sollten den Sandkasten noch gegen unliebsamen Katzenkot bzw. Witterungseinflüsse schützen. Ebenso ist der gewaschene Spielsand bei der örtlichen Kiesgrube, für einen solchen Sandkasten, regelmäßig für zwanzig Euro zu haben. Die Säcke im Baumarkt dagegen sind auf die Menge erheblich teurer.

Zum Ende möchte ich noch darauf hinweisen, dass man mit dem Bau eines Sandkastens ein tolles individuelles Geschenk hat, es lässt sich damit aber leider kein Geld sparen.

Und, so leid es mir tut, es ist nicht leicht ein Held zu sein. Was sich hier so einfach anhört, dauert sicherlich zwei volle Arbeitstage. Es lohnt sich aber!

 

Welche Fehler kann man bei einem Sandkasten in Schiffsform machen?

Nachtrag vom 08.06.2015

Unser stolzes Sandkastenschiff ist jetzt zwei Jahre alt und hat ganz schön gelitten.

Auch wenn die bunten Fähnchen, das Steuerrad und die Schiffsglocke natürlich anfänglich mächtig Eindruck machten – und ich auch wieder einen solchen Sandkasten bauen würde –  ist doch eine gewisse Ernüchterung, bzw. Erfahrung dazu gekommen.

Einige Dinge würde ich persönlich jetzt anders machen.

Hier nun also weitere Praxistipps zum Sandkastenbau mit Begründung:

 

Fehler beim Sankastenbau
Abgetakelt

Es sieht zwar sehr schön aus, wenn man den Mast im mittleren Bereich des Sandkastens platziert, das Winterfertigmachen fällt aber erheblich schwerer.

Auch das abendliche Abdecken des Bootes wurde dann von mir gerne einmal „vergessen“ und somit hatte man ordentlich Regen in Sandkasten. Dadurch leidet natürlich das Holz.

Mittlerweile habe ich den Hauptmast komplett abgebaut. Die Schiffsglocke hängt am Heck und das Steuerrad ist mittig auf der Holzbank montiert. Die Wimpelfähnchen sahen anfänglich natürlich ganz toll auch.

So toll, dass die zu erreichenden Fähnchen gleich abgerissen wurden.

Da die Fähnchen nur ein paar Euro kosten, sollte man sie sich aber schon gönnen, finde ich. Aus gegeben Anlass weise ich aber dringend darauf hin, dass keine Schlaufen und Ösen dabei entstehen, in denen sich die Kleinen verfangen (oder sogar erhängen) können.

 

 

nach zwei Jahren wird das Holz morsch
Holzschäden am Sandkasten

Die linke Seite hatte keine Sonne zum regelmäßigen Austrocknen.

Außerdem habe ich auf der rechten Seite eine Reihe Steine unter das Brett gelegt. Dadurch wurde die Feuchtigkeit abgebremst.

Außerdem hatte ich anfangs noch Angst vor Schadstoffeintrag durch Holzschutzmittel. Mittlerweile würde ich das Boot auch von innen streichen. Denn entweder man hat Schimmel im Sandkasten oder Holzschutzmittel  Die einzige Alternative hierzu ist wohl Tropenholz oder Eiche zu nehmen.

Modelle vom Baumarkt oder Discounter sind natürlich leider auch alle behandelt.

 

Voll motiviert - aber etwas blauäugig
Voll motiviert – aber etwas blauäugig

 

Ich glaube, wenn man einen wirklich nachhaltigen Sandkasten in Bootsform bauen will, gibt man schnell über 500 Euro aus.

Ich selbst habe einfaches Holz gekauft und mit Farbe, Schrauben, Netz und Schiffsdekoration etwa 250 Euro ausgegeben.

Obwohl ich eigentlich handwerklich recht versiert bin, war das eine ganz schön kniffelige Angelegenheit. Vielleicht ist der Sandkasten in Schiffsform aus Rundbalken auch eine Alternative für dich?

Du hast selbst Erfahrungen zu diesem Thema gemacht oder spezielle Nachfragen, dann melde dich einfach. Alternativ kannst du den Beitrag auch gerne kommentieren.

Bis bald auf Dadvandchild

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