Rentenlücke für Väter in Elternzeit bei der Deutschen Rentenversicherung

Rentenlücke für Väter
Vater sein - mit Herz, Kopf und Bauchgefühl

Die Rentenlücke für Väter in Elternzeit ist neben der Anmeldewoche einer der wichtigsten Punkte die man bei der Väterzeit beachten sollte.

Denn als Mann riskiert man eine Versorgungslücke bei der Deutschen Rentenversicherung, wenn man nicht vorausschauend handelt.

Darum sollte man sich als Vater in Elternzeit unbedingt und direkt mit der Rentenversicherung in Verbindung setzen um eine Lücke zu verhindern.

Hierbei sind zwei mögliche Stolperfallen für den engagierten Papa zu bedenken:

  • Die Rentenlücke aus ein bis zwei Monaten Elternzeit (erster Teil)
  • Die Rentenlücke aus drei und mehr Monaten Elternzeit (zweiter Teil, siehe unten)

Erster Teil der Rentenlücke für Väter

Die Rentenlücke für Väter bei ein bis zwei  Monaten Elternzeit

Diesen kurzen Einschnitt in die Erwerbsbiografie kann man sicherlich verkraften. Dennoch solltest du daran denken, dass deine Elternzeit, wenn sie parallel zur Elternzeit der Mütter läuft, nicht als Beitragszeit gerechnet werden.

Das heißt für dich, wenn sich an der aktuellen Rentengesetzgebung nichts ändert und du vor dem 67. Lebensjahr eigentlich 45 Beitragsjahre gesammelt hast, musst du die zwei Monate Elternzeit noch „nacharbeiten“. Sie zählen also nicht zur Beitragszeit.

Du hast allerdings den Vorteil, dass du zwei Monate mit deinem Kind verbringen kannst. Zu der Zeit, in der dir die Bindung vom Kind zum Vater noch einfach geschenkt wird.

Dennoch gibt es die Möglichkeit die Versorgungslücke für Väter und das Beitragskonto bei der Deutschen Rentenversicherung aufzufüllen.

 

Die Beantragung von Kindererziehungszeiten durch den Vater

Als Vater in Elternzeit hat man die Möglichkeit bei der Rentenversicherung die Anrechnung der Kindererziehungszeiten zu beantragen.

Die Lücke bei der Rente aus ein bis zwei Monaten Elternzeit

Wie funktioniert das? Eigentlich ganz einfach. Es ist nur zu beachten, dass die Versorgungswerke davon ausgehen, dass die Frauen zu Hause bleiben und man ihnen grundsätzlich die Erziehungszeiten anzurechnen hat.

Genauso ist das auch bei der Deutschen Rentenversicherung.

Darum ist es besonders wichtig, dass der Antrag vom Vater auf Feststellung von Kindererziehungszeiten / Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung frühzeitig gestellt wird.

Im Formular V0800  und V0805 (Zusatzfragebogen zur Kindererziehung) bestätigen Vater und Mutter dass der Vater die überwiegende Erziehungsarbeit leistet. Das sollte man natürlich nur machen, wenn die Frau z.B. nach 12 Monaten wieder arbeiten geht und man selbst dann die nächsten Monate für den Nachwuchs sorgt. Denn letztlich kann nur ein Elternteil das Kind überwiegend erziehen.

Es ist unbedingt darauf zu achten den Rentenversicherer vor der Elternzeit darüber zu informieren, dass man als Mann die Versicherungszeiten beantragt. Wenn man dieses zu spät macht, ist man auf die Kulanz des Sachbearbeiters angewiesen. Man sollte es aber in genanntem Fall immer probieren. Mir selbst ist man auch entgegengekommen.

Zweiter Teil der Rentenlücke für Väter (drei Monate und länger)

Versorgungslücke von Vätern in Elternzeit wenn sie sich die Kindeserziehungszeiten während ihrer Väterzeit nicht anrechnen lassen
Rentenlücke für Väter in Elternzeit

Auch für Väter geht es um die Anrechnung von drei Jahren Kindererziehungszeiten

Zwei Monate sind zu verkraften aber was ist mit drei Jahren? Bei drei Jahren Lücke in Papas Rentenversicherungsverlauf sieht das schon ganz anders aus.

Dennoch, auch wenn man sich erst nach dem Beginn der Elternzeit beim Rentenversicherungsträger meldet: Bitte immer freundlich bleiben!

Zusätzlich gilt Widerspruchsfristen beachten und gegebenenfalls Rechtsbeistand anfordern!

Also bitte möglichst vor der Väterzeit den Antrag auf Feststellung von Kindererziehungszeiten / Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung stellen.

Das Formular V0800  und V0805 (Zusatzfragebogen zur Kindererziehung) sind die Mittel der Wahl. Alternativ einen Dreizeiler als Einwurfeinschreiben in dem ihr auf die „Ausnahmesituation“ (sorry, ist leider heute immer noch so…) hinweist und um Zusendung der Formulare bittet.

Und nun kommt die dicke Stolperfalle für Väter in Elternzeit die die Kindererziehung übernehmen.

Unbedingt mit dem Rentenversicherungsträger in Verbindung bleiben!

Väter in Elternzeit müssen sich vor und nach der anrechenbaren Kindererziehungszeit bei der Rentenversicherung melden und diese mit der Partnerin bestätigen.

Was heißt das?

Mit dem Antrag zur Anrechnung von Kindererziehungszeiten sollte immer die Bitte verknüpft sein, den Eingang zu bestätigen. Ich selbst habe erlebt, dass der Antrag nicht wiedergefunden wurde.

Zusätzlich müssen die Eltern die Erziehungszeiten für den Vater nach den drei Jahren noch einmal bestätigen. Das ist sehr wichtig, denn in der Zwischenzeit könnten sich die Eltern ja getrennt haben oder es könnte andere Gründe geben warum dem Vater diese Zeiten nicht mehr zustehen.

Hier sehe ich – neben der rechtzeitigen Anmeldung das besondere Problem für den Vater. Wenn er z.B. aufgrund von Scheidung (was ja leider vorkommt) die Erziehungszeiten nicht mehr nachträglich bestätigt, sind sie erst einmal bei der Frau.

Der Rechtsweg steht natürlich offen.

Auch darum sollte man nicht versäumen den Antrag rechtzeitig zu stellen. Denn als Vater ist man neben dem Rentenversicherungsträger auch immer auch von der Mutter abhängig.

Da aber in einer Elternzeit hauptsächlich eine kleines Wesen abhängig ist und gut betreut werden muss, sollte man diese bürokratischen Hürden gemeinsam nehmen und sich gemeinsam auf das Wesentliche konzentrieren.

Viel Spaß dabei.

Nachtrag 20.02.2016: Heute kam der Bescheid. Die Erziehungszeiten von unserem Erstgeborenem wurden mir angerechnet. Knapp drei Jahre nach Antragstellung.

Im oberen Teil habe ich geschrieben, dass man sich den Eingang  der Anträge zur Anrechnung der Erziehungszeiten von den Rentenversicherungsträgern bestätigen lassen soll. Auf diese Bitte wurde von Seiten der Behörde jedoch keine Rücksicht genommen.

Unterschiedliche Rentenversicherungsträger von Vater und Mutter

Worauf ich im oberen Teil (aufgrund von Unkenntnis) aber nicht hingewiesen habe ist, dass man den Antrag sowohl bei dem Rentenversicherungsträger der Frau als auch dem Versicherungsträger des Mannes beantragen muss.

Denn vor etwa einem halben Jahr kam vom Rentenversicherungsträger meiner Frau (Deutsche Rentenversicherung Bund) die komplette Anfrage noch einmal.

Mein Rentenversicherungsträger (Deutsche Rentenversicherung) hatte auf meinen Antrag zur Kontenklärung nun erst die Informationen mit den kompletten Anträgen an den Rentenversicherungsträger meiner Frau weitergeleitet.

Also mussten wir alle Anträge noch einmal bei dem Träger meiner Frau einreichen, obwohl wir beide zusammen vorher den Antrag  bei meinem Rentenversicherungsträger gestellt haben.

Wenn wir uns jetzt nach drei Jahren nicht mehr einig wären (z.B. Trennung, kommt ja auch nicht selten vor) hätte ich den Rechtsweg einschlagen müssen. Ob man dafür das Geld und den Kopf nach einer Trennung hat ist nicht zu 100% sicher.

Darum rechtzeitig eine gemeinsame Erklärung abgeben und spätestens nach Ablauf der ersten drei Lebensjahre die Erziehungszeiten anrechnen lassen. Denn als Mann muss man in dieser Beziehung leider einer Benachteiligung entgegenwirken.

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Väter in Elternzeit und in Väterzeit haben eine Lücke in der Rentenversicherung
Achtung Papa!

 

 

2 Kommentare

  1. „Zusätzlich müssen die Eltern die Erziehungszeiten für den Vater nach den drei Jahren noch einmal bestätigen.“ Wie soll das denn vonstatten gehen? Gibt es da auch ein Formular?

    • Hallo, wie schon im Impressum beschrieben, kann ich keine rechtssicheren Aussagen treffen, sondern nur darüber schreiben welche Erfahrungen wir gemacht haben.
      Darum empfehle ich eine Kopie vom ersten Antrag zu machen (das habe ich zwar auch nicht, mir war aber auch nicht klar, dass ich alles noch einmal machen musste).
      Am Ende der Elternzeit mussten wir noch einmal alles bestätigen. Das heißt, die gleichen Formulare noch einmal ausfüllen. In unserem Fall zweimal, weil wir – wie oben beschrieben – unterschiedliche Rentenversicherungsträger haben. Die Rentenversicherung will also wissen, ob alles so gelaufen ist wie im Erstantrag beschrieben. Bei uns passte der Erstantrag von den Formulierungen her nicht und darum haben wir ihn handschriftlich vervollständigt (deshalb auch besser kopieren).
      Bei den Anrechnungszeiten für unser zweites Kind läuft es genauso. Erst einmal alles ausfüllen und jetzt einfach warten, bis die Zeit vorüber ist und später dann anfragen ob die Anrechnungszeiten mir zugeschrieben sind. Das wird dann bestimmt noch einmal verneint und ich muss es mit zwei gleichen Formularen noch einmal bestätigen;-)
      Für euch eine gute Zeit

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  1. Als Mann Elternzeit nehmen - Vätertreffpunkt - Vatertreff und Elternzeit

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