Der Stiefmutter Blog

 

 

Der Stiefmutter BlogSusanne Petermann ist glücklich verheiratet mit einem Mann der drei Kinder aus erster Ehe hat. Sie recherchiert als Journalistin seit November 2012 in Sachen Patchwork und Stiefmütter und betreibt das Projekt Der Stiefmutter Blog.  Ihr Stiefmutter Blog gehört zu den größten und bekanntesten Blogs in diesem Bereich.

 

Interview mit: Der Stiefmutter Blog

Vätertreffpunkt hatte Gelegenheit mit ihr über dieses Themengebiet zu sprechen und wir freuen uns sehr darüber. Dieser Beitrag ist der erste Teil einer geplanten Serie von Interviews über die Vielschichtigkeit von Familie im 21. Jahrhundert.
Liebe Susanne, welchen Gedanken sollten Vater und Stiefmutter in ihre Überlegungen einfließen lassen, wenn das Leben das Wagnis Stiefmutter für eine Frau bereit hält?

Eine Stiefmutter trifft im Gegensatz zur Mutter anfänglich keine bewusste Entscheidung für das Kind, sondern zunächst für den Mann. Die Kinder gehören zu ihm, das ist klar. Aber sie entscheidet sich für einen Partner  und nicht für Kinder, auch wenn diese ein Teil von ihm sind. Die Frau sollte sich im klaren darüber sein, dass sie maximal die Vertretung für die leibliche Mutter sein kann

Susanne, dir gefällt der Ausdruck Vizemutter besser als Stiefmutter, wieso?

Früher war eine Stiefmutter die Frau eines Witwers mit Kind. Heute haben die meisten Kinder mit Stiefmutter aber eine Mutter. Diese ist genauso wenig austauschbar oder ersetzbar wie der Stiefvater den leiblichen Vater ersetzt.

Das wird durch das Wort „Vizemutter“ deutlich. Zum anderen habe ich oft mitbekommen, dass Mütter Angst davor haben, dass die Stiefmutter vielleicht genauso wichtig für die Kinder werden könnte wie sie selbst. Das „Vize“ wirkt da vielleicht beruhigend, gibt eine Rangordnung vor. Je weniger Konflikte es zwischen Ex und Next gibt, desto besser ist es für alle Beteiligten.

Der Begriff Stiefmutter ist, im Gegensatz von z.B. der Schwiegermutter, nur noch selten in den Medien anzutreffen. Nicht wenige verbinden wohl unterbewusst auch die Rolle der Stiefmutter in den Märchen damit. Begegnen der Vizemutter heute immer noch solche Vorbehalte und wenn ja von wem?

Klares Ja, und leider von allen Seiten. Ich habe für mein Buch eine kleine Umfrage in einer Fußgängerzone gemacht. Meine Frage lautete: Wer trägt in Ihren Augen die Schuld, wenn es zu Patchwork- bzw. Stiefmutterproblemen kommt? Der überwiegende Teil der Befragten meinte, allein die Stiefmutter sei schuld. Nur einige Männer, allesamt geschieden, meinten, auch die Mutter könne daran beteiligt sein, wenn sie im Hintergrund die entsprechenden Fäden ziehe. Auf die Idee, dass auch die Väter, die Gesellschaft, das Familienrecht oder schlimmstenfalls sogar die (älteren) Kinder selbst ausschlaggebend bei Problemen sein könnten, kam keiner.

Ist die Vizemutter eher Vize, eher Mutter oder ist das vom Alter der Kinder und der Partnerschaft zum Mann abhängig, eventuell sogar davon, ob man mit eigenen Kindern und Kindern des Partners unter einem Dach wohnt? Kann man bei der Erziehung von Kindern in einer Familie überhaupt unterscheiden oder macht es das nur komplizierter? Welche Aufgabe ist dabei die der Männer?

Das sind sehr viele Fragen, die ganz unterschiedliche Punkte ansprechen.

Ich fange mal mit der Definition an. Leben die Kinder fest beim Vater, ist sie meist mehr Mutter als Vize. Im Wechselmodell ist es unterschiedlich und kommt auf die Bindung zu den Kindern an. Die Wochenend-Vizemom ist eher Vize als Mom. Wobei das nichts mit Mütterlichkeit oder mütterlichen Regungen zu tun hat. Eher mit der Zeit, die sie mit dem Kind verbringt.

Wichtig ist sicherlich das Alter der Kinder. Eine Vizemom kann eine tolle mütterliche Freundin für einen Teenager sein, als „Mutterersatz“ wird er sie eher nicht sehen. Kleine Kinder können schon eher eine Art Mama-Gefühle für die Vizemom entwickeln.

Die Erziehung, wenn die Vizemutter eigene Kinder mit in die Beziehung bringt, ist fast immer ein Streitpunkt. Gerade dann, wenn es sich um einen Wochenendpapa handelt, der dazu neigt, seine Kinder am Wochenende zu verwöhnen. Nach dem Motto: Ich sehe sie doch so selten. Wenn dann Dinge erlaubt werden, die die Vizemutter den eigenen Kindern verbietet (unbegrenzt Computer, Fernsehen, Süßigkeiten, etc) kann es große Probleme geben. Viele Stiefmütter berichten mir auch, dass ihr Partner ihre Kinder viel strenger behandelt als seine.

Damit sind wir dann auch gleich bei der Aufgabe der Männer. Sie sind der Dreh-und Angelpunkt in einer Stiefmutter-Vater-Kind Beziehung. Wenn sie sich vor Aufgaben und Konflikten drücken, wenn sie ihre Vater-Vorbild-Rolle mit der eines Geschenke-Onkels verwechseln, wird es sehr schwierig. Und wenn ein Mann sich wie ein Kollegenschwein aufführt, wird es für die Vizemutter meist unerträglich.

Da ich mich sehr lange nicht mehr mit der Thematik Vizemutter auseinander gesetzt habe, frage ich mich ob man deinen Blog in drei Bereiche aufteilen kann: Die Beziehung zu den Kindern, die Beziehung zum Partner und seiner sonstigen Familie und die Beziehung zum Ex-Partner des Mannes?

Generell denke ich, dass die Vizemom in Deutschland vor fünf Fronten stehen kann. 1. Die Gesellschaft. 2. Die Ex-Frau. 3. Die Stiefkinder. 4 Der eigene Partner 5. Das Familienrecht. Das hier genauer auszuführen, wäre zu lang. Mein Buch beschäftigt sich ausführlich mit diesen fünf Fronten und möglichen Lösungswegen. Und im Blog werde ich über die Zeit auch auf alle Fronten, und wie man sie möglichst elegant umschifft, genauer eingehen.

Findest du dich auch in Patchwork-Blogs wieder oder möchtest du die Rolle als Stiefmutter etwas differenzierter betrachtet wissen?

Für mich hat eine Stiefmutter den schwierigsten Erwachsenen-Part in diesem Familiengeflecht. Die meisten Patchworkblogs die ich kenne, beschäftigen sich mehr mit der Mutter, ihrem neuen Mann und ihren Kindern und deren Alltag. Mein Stiefmutterblog beleuchtet das Familienleben allein aus der Sicht einer Vizemutter. Durchaus auch mit Forderungen an Gesellschaft und Politik. Das ist ein ganz anderer Blickwinkel.

Susanne, in meinem Umfeld kommt es nicht selten vor, dass Vizemütter über die Ex-Partnerin des Mannes schimpfen. Dabei beachten sie häufig nicht, dass sie selbst auch eine „Erstfamilie“ haben. Ohne dies verallgemeinern zu wollen frage ich mich, ob viele Frauen das gar nicht sehen? Gibt es häufiger interfamiliäre Vereinbarungen um das Wording und die NoGo’s zu bestimmen oder ist das eher die Ausnahme und eine Wunschvorstellung?

Der Unterschied zwischen einer Next, einer zweiten Frau eines geschiedenen Mannes und einer Stiefmutter, ist eindeutig. Die Next muss sich mit seiner Vergangenheit nicht weiter auseinander setzen, für die Stiefmutter ist diese Vergangenheit durch die Kinder immer präsent. Das mag ein Grund für den von Dir angesprochenen „Zickenkrieg“ sein.

Dazu kommt, nicht jede Vizemom hat eine „erste Familie“. Viele Frauen lernen einen getrennten Vater kennen und sind selbst noch keine Mutter. Allgemein denke ich: Kämpfen Frauen untereinander, landen die Schläge oft unterhalb der Gürtellinie. Ex vs. Next ist eine teuflische Besetzung beim Schlammcatchen, das kann richtig schmutzig werden.

Oft verständlich, wenn die eine alles daran setzt, der anderen das Leben schwer zu machen. Aber garantiert nie zielführend für das eigene Glück. Ein Traum wäre es, könnten beide Frauen sich miteinander an einen Tisch setzen und Dinge besprechen. Das ist aber nicht immer möglich – und das liegt weiß Gott nicht nur an der Vizemom. Vereinfachend gesagt ist das Verhältnis für alle Beteiligten dann am besten, wenn das getrennte Paar, also Ex und Vater, eine vernünftige, gleichberechtigte Ebene miteinander gefunden haben.

Das Wort gleichberechtigt ist dabei entscheidend. Wie oft wurde mir von Müttern erzählt, sie hätten mit dem Vater ein gutes Verhältnis gehabt, Probleme seien erst aufgetaucht, seitdem die Neue da wäre. Klingt im ersten Moment so, als ob nur die Next die Böse sei, hinterfragt man aber genauer, hört man oft Sätze wie: „Früher konnte ich ihm die Kinder ohne Absprache vorbei bringen, wenn ich mal ausgehen wollte. Heute verhindert seine Neue das.“ Oder: „Früher mussten wir die Abhol-und Zurückbringzeiten nie so genau festlegen, das lief auf Zuruf. Das will die Neue nicht.“ Das war für mich dann zuvor keine gleichberechtigte Ebene, sondern bedeutete im Klartext, dass Mama Ansagen machte und Papa spurte. Zur Gleichberechtigung gehört für mich, dass beide Seite Kompromisse eingehen.

Darf ein Vizevater regelmäßig die gleichen Erziehungsmethoden bei „seinen“ Kindern anwenden wie eine Vizemutter bei „ihren“? Ich frage das deshalb, weil ich als Vater in Erziehungszeit das Feedback erhalte und merke, dass die Frauen entgegen vieler gesellschaftlichen und politischen Aussagen, immer noch gerne festlegen wie die Erziehung des Kindes richtig ist.

Theoretisch ja, praktisch nein. Das hat damit zu tun, dass die Kinder auch heute noch überwiegend bei der Mutter leben. Hat die einen neuen Partner bekommen die Kinder also einen Vizevater, der im Alltag mit ihnen zusammen lebt. Die Mutter gewährt ihm oft nicht nur ein Mitspracherecht, sie fördert die Beziehung der Kinder zum Neuen, wünscht sich oft sogar, dass die Kinder ihn als Vater ansehen. Dahinter steckt der Wunsch nach einer intakten Familie – mit neuer Besetzung in der männlichen Hauptrolle.

Diese Unterstützung fehlt vielen Stiefmüttern. Während die Mutter Autorität an den Stiefvater abgibt – sie erleichtert dadurch ja auch ihren Alltag – reißt der Vater oft alles an sich. Er hat Angst, noch weniger von seinen Kindern zu haben, wenn er mit seiner Partnerin teilt.

Wenn ihr Partner, der Vater der Kinder, ein Umgangselternteil ist, sieht sie die Kinder in der Regel nur jedes zweite Wochenende. Das bedeutet natürlich auch, dass sie die zwölf Tage zwischen den Umgangswochenenden als den normalen Alltag empfindet und die Besuchswochenenden als die Ausnahme. Hier liegt eigentlich der größte Unterschied zum Stiefvater. Dem ist absolut bewusst, dass seine neue Partnerin nur mit Kind zu haben ist und er dieses Kind im Alltag durchgehend erlebt. Daher wird er das Kind in seine Überlegungen – pro oder contra Beziehung – sehr aktiv einplanen.

Nicht wenige Stiefmütter blenden die Contra-Punkte dagegen zunächst mehr oder weniger aus. Es sind ja nur zwei Tage. Aber was für welche! Es kann durchaus sein, dass eine Vizemutter einen wunderbaren Paar-Alltag lebt, voller Liebe und Zuneigung, und jedes zweite Wochenende den Katastrophen-Ausnahmezustand. Das muss eine Frau erst einmal verarbeiten.

Wie kann ein Vizevater der mit seinen nicht eigenen Kindern und deren Mutter zusammen lebt seine Partnerin am besten unterstützen und wie schwer fällt es den Müttern diese Unterstützung anzunehmen?

Zunächst einmal wird Unterstützung nicht immer als Hilfe aufgefasst – manchmal auch als Einmischung. Das ist leider manchmal so und wird dadurch zu einer Sache, die beide Erwachsene miteinander klären müssen.

Normalerweise wächst eine gemeinsam lebende Patchworkfamilie innerhalb von 5 Jahren ganz gut zusammen. Dabei ist es für den Elternteil, bei dem die Kinder fest leben, einfacher, irgendwann auch Verantwortung abzugeben, als für den Elternteil, der seine Kinder viel seltener sieht. Ich habe immer bei meinen Interviews gehört, dass die Situation eines Vizeelternteils, das mit den Kindern zusammenlebt, am „einfachsten“ ist. Wobei das nicht heißt, dass es leicht ist.

Für mich ist der allerwichtigste Grundsatz fürs Gelingen, dass die Erwachsenen ehrlich miteinander umgehen und sich im klaren darüber sind, dass sie als Erwachsene immer in der Verantwortung sind und es den Kindern erleichtern, egal ob es gemeinsame oder die des Partners sind, wenn sie die Entschlüsse gemeinsam fassen und auch tragen.

Wie kann ein Vater der mit seinen eigenen Kindern und der Vizemutter zusammen lebt seine Partnerin am besten unterstützen?

Das wurde teilweise schon in den letzten Fragen angeschnitten. Für mich besteht da zunächst kein großer Unterschied. Es sei denn, der Vater hatte bisher tagsüber eine Fremdbetreuung für die Kinder und erwartet nun, dass die Vizemom diesen Part übernimmt. Leider lassen sich viele Frauen bereitwillig auf dieses Abenteuer ein, ohne zuvor über die Folgen nachzudenken. Ich habe von vielen Vizemoms gehört, die ihren eigenen Job bedenkenlos gekündigt haben. Das kann gut gehen, kann aber auch im Desaster enden.

Vorsicht: Auch wenn ich generell sage, es besteht kein allzu großer Unterschied zwischen Vizemüttern und Vizevätern, die dauerhaft mit den Kindern leben, eine große Ausnahme mache ich. Werden die Kinder von der Mutter rausgeschmissen oder weggenommen (Stichwort Verwahrlosung, Drogen, Missbrauch, etc.) und kommen quasi über Nacht zum Vater, sollte keine Vizemom denken, dass sie das locker wuppt. Ich würde immer dazu raten, schon sehr schnell professionelle Hilfe zu suchen, also einen Familientherapeuten, eine psychologische Unterstützung für die Kinder und ähnliches zu beantragen.

Liebe ist nicht planbar und nicht zu erzwingen. Gibt es Tipps aus deinem Blog, wie man das Vertrauen zu seinen Vizekindern am besten aufbauen kann?

Gerade bei kleinen Kindern ist das meist recht einfach – außer sie werden von der Mutter regelrecht aufgehetzt. Aber das ist noch einmal ein anderes Thema. Also stellt sich die Frage erst, wenn Probleme auftauchen und es schwierig wird, eine Bindung herzustellen. Und natürlich bei älteren Kindern, die die neue Frau als Eindringling sehen.

Ich persönlich stelle mir zum Beispiel immer wieder einmal die Frage: Wie hätte ich es gefunden, wenn mein Vater mir eine neue Frau vor die Nase gesetzt hätte? Hat er nicht, aber ich hätte es bestimmt nicht soooo super gefunden. Diese Haltung muss ich auch meinen Stiefkindern zugestehen. Wenn ich Angriffe nicht persönlich nehme, sondern sehe, dass sie meiner Position als Frau an Papas Seite gelten, nehme ich für mich viel Verletzungspotential aus der Situation und kann erwachsener reagieren.

Für mich auch sehr hilfreich, sich immer mal ein wenig aus der Schusslinie herauszunehmen, Papa und Kind alleine zu lassen, sich nicht aufzudrängen, und den Kindern keinen bösen Willen zu unterstellen. Ich weiß z.B. von vielen Stiefmüttern, dass sie gekränkt sind, wenn sie gemeinsam mit dem Vater ein Geschenk aussuchen und kaufen, das Kind sich aber nur beim Vater und nicht bei ihr bedankt. Ist verständlich, für das Kind in dem Moment aber einfach unwichtig.

Ganz wichtig ist es wohl auch, seine persönlichen Erwartungen nicht auf das Kind zu projizieren. Also nicht stundenlang in der Küche stehen, frisch kochen und dann beleidigt sein, wenn das Kind lieber Tiefkühlpizza mag. Diese enttäuschten Erwartungen („ich habe so viel Zeit und Mühe investiert, warum kommt jetzt nicht einmal ein Danke schön?“) zermürben. Also keine aufwendigen Unternehmungen anzetteln, von denen die Stiefmutter denkt, das Kind würde es mögen, und dann enttäuscht sein, wenn es nicht so ist.

Susanne, du hast das Ziel die Rechte von Zweitfamilien zu stärken. Was sind deiner Meinung nach dafür die drei wichtigsten Punkte?

1. Viele Trennungen sind heute hochstrittig, Tendenz steigend. Dabei tobt oft der Kampf ums Kind. Bisher ziehen (interessierte) Väter bei einer Trennung meist den Kürzeren, sie verlieren nicht nur die Frau, sondern auch die Kinder. Dazu kommen sie in eine schlechtere Steuerklasse und müssen Unterhalt zahlen. Das zieht vielen Trennungsvätern den Boden unter den Füssen weg. Und nimmt ihnen auch gleichzeitig die Chance, es in einer neuen Beziehung anders zu machen.

Will ein unterhaltspflichtiger Vater z.B. für ein Kind in einer neuen Beziehung Elternzeit nehmen (was sich bei einer eventuellen Trennung positiv auf die richterliche Anordnung eines Wechselmodels oder eines Verbleibs des Kindes beim Vater auswirken würde), bleibt er trotzdem voll unterhaltspflichtig. Damit ist das für den Großteil der Väter nicht zu leisten.

2. Wir müssen die strikte Trennung in Unterhalts-Elternteil und Betreuungs-Elternteil ändern. Bisher ist es so, dass ein Elternteil (fast immer der Vater) allein den Barunterhalt stellen muss und das andere (meist die Mutter) nur für die Betreuung zuständig ist. Der Unterhalt bleibt dabei immer gleich, egal ob Väter sich fast zur Hälfte um die Kinder kümmern oder sie nie sehen. Die Realität sieht heute in vielen Familien aber anders aus. Väter und Mütter kümmern sich oftmals gleichermaßen, Väter nehmen Elternzeit, Mütter arbeiten Vollzeit. In Belgien z.B. sind generell beide Elternteil unterhaltspflichtig. Wer wie viel zahlt hängt von dem Verdienst und der Aufenthaltsdauer des Kindes ab. Ein Vater, dessen Kind z.B. 40% der Zeit bei ihm ist, zahlt 60% des Unterhalts.

3. Damit aus Trennungen, bei denen beide Elternteile sich wünschen würden, dass ihr Kind zukünftig bei ihnen lebt, keine Kleinkriege werden, würde ich mir entweder das Wechselmodell (50% Papa, 50% Mama) als richterliche Basis wünschen, oder die Einführung einer Väterquote. Wenn sich ein Paar nicht selbst einigen kann, muss ein Richter in 50% der Fälle entscheiden, dass die Kinder beim Vater bleiben.

Ich könnte mir vorstellen, dass diese Quote sehr schnell dafür sorgen würde, dass auch zerstrittene Paare sich an einen Tisch setzen und miteinander über die Kinder reden. Das tun sie heute oftmals deswegen nicht, da die Mutter sich sehr sicher sein kann, dass die Kinder auf alle Fälle bei ihr bleiben und sie diese Sicherheit als Druckmittel nutzen kann.

Eltern, die auch nach einer Trennung noch kommunizieren und ihre Konflikte nicht auf dem Rücken des Kindes austragen, sind für alle Kinder das Beste.

Liebe Susanne, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit deinem Blog.  

Frau Petermann hat zu diesem Thema  auch ein Buch geschrieben. Es bei Random House im Diana Verlag ab April 2015 erhältlich und kann jetzt bereits vorbestellt werden:

Du hast mir gar nichts zu sagen!: Stiefmutter sein ist nichts für Feiglinge

 

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